Auch wenn sich die einzelnen Games recht unterschiedlich spielen, so gibt es gewisse Dinge, die jeder RPG-Neuling beachten sollte, um nicht sofort wieder den Spass an den Spielen zu verlieren.
1. Das erste Game:
Für die erste Bekanntschaft mit einem Rollenspiel würde ich ein eher simples Spiel auswählen, welches noch nicht zu fordernd ist. Besonders das richtige Verteilen der Fertigkeitspunkte und das richtige hochleveln kann einen Anfänger schon mal in die Flucht jagen.
2. Spezialisierung:
Spezialisiere deine deinen Charakter so früh wie möglich. Auch wenn in der ersten Hälfte des Spiels ein ausgewogener Charakter sich durchaus noch gut spielen lässt, spätestens in der zweiten Hälfte befindet man sich erfahrungsgemäß auf der Verliererseite. Denn dann reichen die erworbenen Erfahrungspunkte nicht mehr oder schwerlich aus, den anspruchsvollen Monsterhorden herr zu werden.
Nehmen wir als Beispiel den Krieger/Kämpfer:
Ein Kämpfer braucht viel körperliche Kraft um schwere Rüstungen und Waffen tragen und einsetzen zu können. Da der Krieger an vorderster Front kämpft ist es sinnvoll, seine Lebenspunkte und seine Gesundheit möglichst schnell hochzuleveln, damit er schwere Schläge und Angriffe aushält ohne gleich in die Knie zu gehen. Geschicklichkeit im Umgang mit seinen Waffen sollte man auch nicht vernachlässigen.
Charaktereigenschaften wie Intelligenz, Charisma usw. können hingegen vernachlässigt werden. Hier kostbare Punkte zu verteilen ist Verschwendung.
Mit der Wahl des Charakters triffst du also schon eine Wahl seiner Talente die es auszubauen und zu fördern gilt.
3. Der erste spielbare Charakter:
Für Anfänger lautet meine ganz klare Empfehlung sich für den Krieger / Kämpfer zu entscheiden. Durch ihre Kraft und Ausdauer, starke Waffen und Rüstungen sind sie recht einfach zu spielen. Magiebegabte Charaktäre wie der Zauberer, Magier und Hexe hingegen sind anfälliger und sterben oft schneller den Heldentod als dem Spieler lieb ist. Dies sind die richtigen Charaktäre für geübte Rollenspieler.
4. Die Party:
Wenn du in deinem Spiel die Möglichkeit hast, andere Helden in deine Gruppe aufzunehmen, solltest du auf eine ausgewogene Mischung Wert legen. Eine Party mit lauter Kriegern wird irgendwann nicht mehr weiterkommen, wenn sie z.B. vor verschlossenen Türen steht und kein Dieb zur Hand ist, der das Hindernis knackt. Eine ausgewogene Party besteht aus folgenden Mitgliedern:
- 1 bis 2 Krieger, Kämpfer, Paladine für den harten Einsatz an der Front
- 1 Dieb um Fallen zu stellen, Schlösser zu knacken und Diebstähle zu begehen
- 1 bis 2 magiebegabte Charaktäre um die Frontkämpfer aus dem Hintergrund wahlweise mit Angriffszaubern oder Heilzaubern zu unterstützen
- 1 Fernkämpfer wie Waldläufer oder Amazone welche ebenfalls im Hintergrund mit Fernwaffen unterstützend eingreifen.
Andere Charaktäre wie z.B. Barden, die mit ihren Gesängen die Truppe motivieren, finde ich persönlich nun nicht so wichtig und spielentscheidend. Aber das ist wohl Geschmackssache.
Die einzelnen Partymitglieder sollen also die Schwächen des Haupthelden ausgleichen und ihn unterstützen.
Des weiteren sollte die Gesinnung der einzelnen Partymitglieder harmonieren.
5. Gesinnung:
Viele Rollenspiele - besonders die storylastigen RPG´s - ergeben ein völlig unterschiedliches Spielprinzip - je nachdem für welche Seite sich der Held im Lauf der Geschichte entscheidet. Gut oder Böse? Das ist hier die Frage... Für Einsteiger würde ich in jedem Fall nur gute bzw. neutrale Charaktäre empfehlen, da diese im Lauf des Games auf nicht so große Schwierigkeiten stoßen werden wie böse Charaktäre. So verlangen die örtlichen Händler bei bösen Charaktäre oftmals höhere Preise bzw. bieten etliche Ausrüstungsgegenstände nicht an.
Die Gesinnung der einzelnen Partymitglieder sollte ebenfalls hamonisch abgestimmt sein. Hat man sich also entschieden, einen guten Charakter zu spielen und sammelt auch gut gesinnte Mitstreiter um sich, so kann ein einzelnes böses Partymitglied für mächtig Zoff in der Truppe sorgen. Dies kann sogar soweit gehen, daß ein besonders gut gesinnter Charakter nach einem Streit die Party verlässt und unwiderbringlich verloren ist.
6. Einsatz von Umgebungskarten und Journale:
Je größer die Spielewelt ist, in der sich der Held bewegt, desto unübersichtlich wird das ganze. Man erhält massenweise Aufträge und nach Abschluß des Quests weiß man nicht mehr, wo der Auftraggeber war von dem ich meine Belohnung abholen wollte. Setzt deshalb unbedingt oft und vielmals die Maps ein. Markiert jeden erdenklichen Punkt um nicht im späteren Verlauf des Spiels planlos durch verschiedene Ortschaften zu stolpern, nur weil ihr Euren Auftraggeber nicht mehr findet.
Bei fast allen RPG´s erhaltet ihr zusätzlich ein Journal / Tagebuch. Nutzt auch dieses so oft wie möglich. Dort sind die einzelnen Aufträge (Quest) verzeichnet, ihr findet Aufzeichnungen über Waffen und Pflanzen, Heiltränke und ähnliches.
7. Speichern:
Man stirbt den Heldentod öfter als man denkt. Gerade zu Spielbeginn, wenn der Held noch schwach und ungeübt ist, kann ein einfacher Banditenüberfall den hochfliegenden Plänen des Helden ruckzuck einen Strich durch die Rechnung machen. Und liegt der letzte Spielstand dann mehrere Stunden zurück, kann dies schon mal zum ein oder anderen Tobsuchtsanfall führen. Speichert viel und speichert oft - ihr werdet es nicht bereuen!!!!!
8. Eine kleine Wörterfibel:
Auf den folgenden Seiten werdet Ihr ein paar "Fachbegriffe" kennenlernen, die Euch anfänglich vielleicht spanisch vorkommen. Damit Ihr Euch nicht unnötig den Kopf zerbrechen müsst, was ich wohl damit meinen könnte hier eine kleine Übersicht über RPG-spezifische Ausdrücke:
Party = So nennt man die Gruppe an Spielern, die gemeinsam das betreffende Abenteuer bestreitet. Die Party kann bei einem Multiplayer-Game aus verschiedenen Einzelspielern bestehen, die sich zu einer Party zusammengeschlossen haben, oder auch aus dem Spieler selbst und die restlichen Mitglieder seiner Heldentruppe werden vom Computer gesteuert.
Items = So bezeichnet man die Gegenstände, die man im Lauf des Spieles findet. Geschlagene Gegner lassen Items fallen die es einzusammeln gilt, oder auch in Truhen, Kisten und Fässern verbergen sich oft nützliche Dinge die das Heldenleben ungemein vereinfachen.
Quest = Im Lauf des Spieles wird man von verschiedenen Seiten Aufträge erhalten, sog. "Quests". Hat man diese Aufgaben und Aufträge erfolgreich gelöst, bekommt man von seinem Auftraggeber üblicherweise Belohnungen. Dies kann Gold/Geld oder auch spezielle Gegenstände sein. In einigen Rollenspielen steigt auch der Ruf und das Charisma, je mehr Aufträge man erfolgreich abschließen kann.
Journal / Tagebuch / Logbuch = Hier findet man alle erhaltenen Aufträge, von wem man sie bekommen hat und wo und wie man sie am besten lösen sollte (je nach Game unterschiedlich). Noch offene und bereits gelöste Quests werden oftmals unterschiedlich farblich gekennzeichnet, damit der Spieler nicht den Überblick verliert.
Skillen / Leveln = Den besonderen Reiz eines Rollenspiels macht es aus, daß man seinem Charakter weiter entwickeln kann und zwar ganz nach seinen persönlichen Wünschen. Je mehr Gegner "mein" Held metzelt und je mehr Quests er löst, desto mehr Erfahrungspunkte erhält er. Diese Erfahrungspunkte kann man auf verschiedene Fähigkeiten und Talente verteilen und so den Helden "ausbauen". Dieses "Ausbauen" nennt man hochskillen oder auch hochleveln. Spezielle, z.B. magische Talente und Fähigkeiten werden als Skills bezeichnet.
Talentbäume / Fertigkeitenbäume = Unterschiedliche Helden haben unterschiedliche Talente und Fähigkeiten welche im Lauf des Spiels weiterentwickelt und ausgebaut werden können. Als Beispiel möchte ich einen "Krieger" nehmen. Es lohnt sich üblicherweise, Punkte in Fertigkeiten wie Schlagkraft, Stärke, Geschick in einer speziellen Waffengattung usw. zu investieren. Ein Krieger mit vielen magischen Talenten ist hingegen nichts wert. Auf den Fertigkeitenbäumen sollte man also nicht jedes Talent wie wild anklicken, sondern genau überlegen, welche Fähigkeiten man seinem Charakter zugestehen will und diese dann konsequent ausbauen. Hier ein Beispiel für einen einfachen Talentbaum:
Wie ihr seht, bauen verschiedene Talente oftmals auf ein anderes Talent auf, verzweigen sich und steigern sich.